Ankunft

30.06.2019 8:45 Uhr (Ortszeit Tokyo) 1:45 Uhr (Ortszeit Berlin), Irgendwo über Russland

Wir schreiben diesen Eintrag im Flugzeug vor. Zunächst einmal: eine Judohose auf einem Langstreckenflug zu tragen ist nicht wirklich stilecht – aber es war definitv eine der besseren Ideen die wir für diesen Flug hatten. Zusammen mit geliehenen Nackenkissen (großes Danke an die großzügigen Besitzer!) hielten wir uns für gut vorbereitet. Doch egal wie gut du bist – es gibt immer einen Asiaten der besser ist als du (zumindest behauptet dies das Internet). In diesem Fall war es die Dame neben uns die wirklich an alles gedacht hat. Inklusive extra Rückenkissen, eine Art Hängematte für die Füße sowie sämtlichen Hygienebedarf (seit wann gibt es keine Zahnbürsten mehr auf Langstreckenflügen?).

Ansonsten war daa größte Highlight des langen Fluges das Essen. Tatsächlich gab es hier ein frisch aufgebackenes Brötchen zum Abendessen – und ja, ein richtiges echtes Brötchen. Eins das knuspert. Noch warm. Im Flugzeug!

Es verbleiben noch 3h Flug, dann in Japan einreisen, Gepäck abholen, durch die letzten Kontrollen, zum Bus-Terminal um uns einen Bus zum Hotel zu organisieren, in besagtem Bus zum Hotel fahren (was je nachdem wie die Verkehrslage ist – gerne mal ein Weilchen dauern kann), einchecken und dann sind wir endlich angekommen.
Im aktuellen Zustand ist aber vor allem eine Vorfreude präsent: ich freue mich auf ein richtiges Bett, wo man sich so richtig strecken und liegen kann.

30.06.2019 21:00 Uhr, Tokyo – Japan

Zunächst einmal entschuldigen wir uns bereits jetzt für die Qualität der Bilder in diesem Eintrag – die Bilder von heute wurden alle mit dem Handy geschossen – die Kamera befand sich noch im Koffer.

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Zunächst einmal: das schönste am Fliegen ist definitiv die Aussicht. Leider hatten wir nur auf dem Flug von Berlin nach Wien einen Fensterplatz – dennoch war der Blick über Berlin gigantisch!
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Nach unserer Einreise in Japan begrüßte uns am Flughafen Mario! Mit dem konnten natürlich Fotos geschossen werden, aber ehrlicherweise war uns die Schlange zu lang.2019-06-30_13-32-47

Natürlich gab es nicht nur eine Statue von Mario und Yoshi sowie einen Foto-Mario – nein, es gab auch noch natürlich einige Nintendo Switch, welche man ausprobieren konnte um sich die Zeit am Flughafen zu vertreiben. Wir waren uns einig, wenn wir da arbeiten müssten würden Köpfe rollen, denn natürlich geht das alles nicht ohne die typischen Mario Sounds.

Nachdem wir endlich im Hotel eingecheckt waren, begaben wir uns noch ein wenig nach draußen um die Gegend zu erkunden und etwas Essen zu erbeuten. Unsere Wege führten uns in diesem Zuge zur Tokyo Station.2019-06-30_18-22-04

Wir entschieden uns für den ersten Abend für westliche Küche, einfach um den Magen zu beruhigen und uns an die geänderten Zeiten zu gewöhnen. Das, was da aussieht wie eine Kugel Eis ist tatsächlich Kartoffelsalat. Insgesamt sehr leckerer Tapas-Teller, Knoblauchbrot und selbstgemachte Limonade.2019-06-30_18-48-25

Und zum Abschluss noch unsere Aussicht vom Hotelzimmer (dieses Mal sind wir etwas spießiger in der Übernachtung).2019-06-30_20-47-15

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29.06.2019 14:00 Uhr, Berlin – Deutschland

Die vorerst letzten Worte aus Deutschland. So richtig gut startet die Reise leider nicht – wir beginnen mit 20 Minuten Verspätung für unseren Flug von Berlin nach Wien.  Immerhin konnten wir das Gepäck bereits durchbuchen und haben auch unsere Boardkarten für den zweiten Teil (von Wien nach Tokyo) bereits erhalten. Dennoch könnte das ein recht sportlicher Umstieg werden. Vorraussichtlich folgt also heute keine weitere Meldung mehr von uns.

Jetzt heißt es erstmal Zeit totschlagen und warten, bis das Boarding in einer halben Stunde beginnt…. na mal sehen ob das was wird 😉

Ich glaub‘ es geht schon wieder los…!

28.06.2019 20:30 Uhr, Berlin – Deutschland

(Bitte habt bei diesem Titel den Klassiker von Roland Kaiser im Kopf, damit ihr genau wie wir unter diesem Ohrwurm leidet)

Wir reanimieren diesen Blog – für die Rückkehr nach Japan! Dieses Mal sind wir wieder in Tokyo und werden die Stadt für unsere (nur) anderthalb Wochen Urlaub nicht verlassen – zumindest nicht über Nacht. Lasst euch überraschen!

Wie beim letzten Mal soll auch dieses Mal insgesamt mehr Bild als Text zu sehen sein und wir werden versuchen uns täglich (wenn auch mit nur zwei drei Sätzen im Zweifelsfall) zu melden.

Soweit als Intro für dieses Jahr – wir sind gespannt. Auch wenn die richtige Urlaubsstimmung wohl erst losgeht, wenn wir tatsächlich in Japan gelandet und ins Hotel eingecheckt sind. Jetzt sitzen wir auf fast fertig gepackten Koffern und steigen morgen in den Flieger.
Achja – die Pasmo-Karten vom letzten Jahr werden natürlich wiederverwendet (genauso wie die ganzen 105 Yen, welche noch bei uns herumgeisterten) und sind sogar noch gültig!

Letzte Worte

11.04.2018 22:00 Uhr, Berlin, Deutschland

Unser Urlaub ist vorbei – wir sind wieder daheim. Die erste Waschmaschine ist schon gewaschen und die Koffer schon verräumt. Grundsätzlich gilt bezüglich des Blogs ja zunächst noch der gestrige Tag nachzuholen. Aber eigentlich ist nicht viel passiert. Frühes Aufstehen, ein entspannter Flug, westliches Abendessen in Duisburg und dann ab ins Bett.

Nun aber zu einem kleinen Resümee unserer Reise. Insgesamt waren wir begeistert von Land und Leuten. Wir hatten uns gut informiert (was sich als wirklich hilfreich erwiesen hat) und sind gut an den üblichen Hindernissen, wie Orientierung, Bezahlung von Verkehrsmitteln, Essen und den vollautomatischen Toiletten vorbei gekommen. Viele Erwartungen wurden übertroffen und von vielen Dingen waren wir trotz intensiver Vorbereitung und Beschäftigung mit der Kultur überrascht. Unser persönliches Highlight war Tokyo. Als Großstadtmenschen aus Berlin fühlten wir uns in der großen Stadt mit den vielen Menschen und einem funktionierenden und dichten Nahverkehrsnetz pudelwohl. Wie viele verfolgt haben, haben wir viel gesehen und es war noch längst nicht alles. Sieht ganz so aus als müssten wir nochmal nach Japan! Unsere U-Bahn-Prepaid-Karten sind noch 10 Jahre gültig – hoffentlich können wir sie vor Ablauf der Zeit noch einmal nutzen 🙂

Unsere Reise ist vorbei, damit auch dieser Blog – vielleicht gibt es ja doch irgendwann mal noch einen zu einer weiteren Reise und darauf hoffen wir sehr. An dieser Stelle einmal Danke fürs Lesen, Danke auch an alle unsere Gastgeber, an diverse nette Menschen, welche wir unterwegs getroffen haben und ganz wichtig: Danke auch an alle, die uns daheim unterstützt haben!

 

Und schon rum

10.04.2018 20:45 Uhr, Duisburg, Deutschland

Wir sind wieder da und zurück in der Heimat. Allerdings sind wir bereits seit rund 22h auf den Beinen und würden uns morgen ausführlich zur ganzen Abreise melden und vielleicht ein kleines Resümee schreiben – aber nicht mehr heute. Gute Nacht 🙂

Abschied nehmen

10.04.2018 22:30 Uhr, Tokyo, Japan

Heute war unser letzter richtiger Tag in Japan. Begonnen hat er, in Einstimmung auf unsere Rückkehr, mit einem knusprigen Croissant zum Frühstück im Hotel. Dann fix ein zwei Kleinigkeiten in den Rucksack und zurück in die große Stadt. Dieses Mal trugen uns unsere Füße zunächst nach Ginza – dem Edelviertel Tokyos. Besonders auffällig war hier die unglaubliche Breite der Bürgersteige – sonst in Tokyo eher recht klein (oder nur mittels einer Linie als schmaler Streifen auf den Asphalt gepinselt). Ebenso wurde die Exklusivität der Geschäfte hier dadurch deutlich, dass in einem Teil des Hauses nur ein Geschäft war und nicht, wie sonst üblich, verschiedene Geschäfte, jeweils eins je Etage.

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Nach einem Spaziergang bei angenehmen, wenn auch etwas windigen, 20°C labten wir uns in einem Café an Gebäck und heißem Kakao. Bei 3 von 4 Teilchen haben wir vergessen wie es hieß. Also von links nach rechts, oben nach unten:

1) „Der grüne Ball“ (niemand weiß wie es wirklich heißt, aber so haben wir es seit der ersten Sichtung in Tokyo vor 2 Wochen genannt) – schmeckt nach Melone, eher süß und fruchtig und mit Schlagsahne gefüllt.

2) Ein „Softcake“ (an so viel vom Namen erinnern wir uns noch) – auch hier ein gefülltes lockeres Gebäck mit Apfelstückchen und Pudding.

3) Anpan – typisches Brötchen mit süßer Azukibohnenpaste gefüllt.

4) Wir hielten es für ein Schoko- oder vielleicht Rosinenbrötchen, aber es waren Azukibohnen. Trotzdem sehr lecker.IMG_1546

Nach Ginza und wirklich gut gestärkt (wir hatten uns mit der Menge der Gebäckstücke doch etwas verschätzt) ging es wieder in Richtung Hotel: ins Minato-Viertel. IMG_1549IMG_1548

Dort suchten wir das auf, was man als Standard-Tourist auf einer Insel eigentlich immer aufsucht: den Strand. Leider noch etwas zu kalt fürs Sonnenbaden.IMG_1552

Ansonsten ging es noch einige Zeit weiter an der Promenade entlang. Da wir wussten, dass uns am Abend noch ein paar Schlucken Alkohol zum Abschied erwarten würden, beschlossen wir noch eine Kleinigkeit zu essen. In diesem Fall: Takoyaki! Das giftig Grüne ist übrigens keine Waldmeisterbrause sondern Fanta Melonen-Geschmack. Die haben wir in Japan häufiger als unsere Standard Orangen-Fanta gesehen. IMG_1555

Zum Abend ging es dann in die Hotelbar für „Another Gin Tonic“ und einen Singapur Sling (leider kein besonders gutes Foto, damit dem Handy aufgenommen, die Kamera hatten wir clevererweise im Zimmer liegen lassen). Die Teile neben den Gläsern sind übrigens kleine Metallzylinder, in denen sich Barlöffel zum Umrühren befanden, dazu gab es ein kleines Schälchen zum Ablegen des „Gemüses“. Da die Hotelbar im 30. Stock war, schwärmten wir von der Aussicht und träumten von einer baldigen Rückkehr nach Japan. index

Etwas dekadent ist das schon…

08.04.2018 23:15 Uhr, Tokyo, Japan

Wie ihr sicherlich am Zeit- und Ortsstempel ablesen könnt, sind wir jetzt wieder zurück in Tokyo. Nochmal zwei Nächte in der großen Stadt, bevor es mit dem Flieger zurück nach Deutschland geht.
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Dieses Mal hausen wir in Minato – dem Hafenviertel Tokyos. Der leichte Blaustich rührt daher, dass wir die Fotos aus einer Bahn der Yurikamome-Linie geschossen haben. Diese Bahn verbindet das Hafenviertel mit dem Rest von Tokyo und fährt Großteils in luftiger Höhe zwischen den Wolkenkratzern entlang. Dadurch hat man eine wundervolle Aussicht über die Bucht von Tokyo.IMG_1503IMG_1508

Im Bild hier ist insbesondere rechts die Rainbow-Bridge zu sehen. Eines der Wahrzeichen von Tokyo.IMG_1515

Diese Brücke wird auch von der Bahn überfahren. So eine schöne Aussicht aus einer schnöden öffentlichen (wenn auch in privater Hand) Bahn heraus ist schon eine Seltenheit. Dafür ist die Yurikamome-Linie auch eine der teuersten Linien Tokyos.IMG_1524

Die letzten zwei Nächte sollen auch etwas Entspannung bringen nach zweieinhalb Wochen erkunden und jeden Tag auf den Beinen. Dank Sonderangebot dachten wir uns also: warum nicht mal etwas dekadent? IMG_1526

Der Eingang zur Lobby des Hotels war bereits beeindruckend. IMG_1536

Dann ging es hoch in den 23. Stock in unser Zimmer. Eine echte Überraschung war dabei ein Smartphone, welches das Hotel jedem Zimmer zur Verfügung stellt. Mit diesem hat man unterwegs unbegrenzt Internet und kann Inlandsanrufe und einige Auslandsanrufe (nach Russland, USA, Hongkong, China, Thailand und Spanien) tätigen. Und das alles kostenlos. IMG_1539

Aber das absolute Highlight des Zimmers eröffnete sich uns nach einer kleinen Tour durch Tokyo: die Aussicht auf die Tokyo-Bucht mit der Rainbow-Bridge. Nur leider ein wenig eingeschränkt durch das gegenüberliegende Hilton Hotel 😉IMG_1538

Ihhh – hier ist ja kalt

07.04.2018 20:00 Uhr, Kyoto, Japan

Der Schrein des Tages war für uns heute der Fushimi-Inari. Die kleine Attraktion liegt etwas abseits von Kyoto auf dem Berg Fushimi.IMG_1479

Der Schrein bietet allen eine Anlaufstelle, die um materiellen Wohlstand bitten wollen. Entsprechend ist dieser Schrein nach dem Meiji-Schrein in Tokyo einer derjenigen mit der höchsten Kollekte.IMG_1481

Bekannt ist der Schrein jedoch für seine über 10.000 roten Tore, welche einen den Berg hinaufleiten.IMG_1486

Die Strecke durch die Tore ist rund 4km lang. Auf der Hälfte der Strecke, nach einem doch recht anstrengend werdenden Aufstieg, fand sich allerdings eine wunderschöne Aussicht auf Kyoto. IMG_1498IMG_1499

Was die Bilder jedoch leider nicht verraten ist, dass uns bei kühlen 15°C auf dem Rückweg nach Kyoto die ersten Regentropfen ins Gesicht fielen. Am Hauptbahnhof in Kyoto wieder angekommen waren aus ein paar lauen Tropfen, ein paar sehr, sehr kalte Tropfen in einem kalt böigen Wind geworden. Unschön. Wir flüchteten uns in ein paar Kaufhäuser in der Umgebung und verbummelten unsere Zeit damit, den Japanern bei ihrer Lieblingsbeschäftigung zuzusehen: Shoppen. Und natürlich nutzten wir die Gelegenheit, um uns selbst einmal an einem Spiel in den überall existierenden Automatenspielhallen zu versuchen.

Zum Essen pilgern

06.04.2018 20:30 Uhr, Kyoto, Japan

 

Unsere Ziele heute waren vornehmlich – wie soll es in Kyoto auch anders sein – Tempel und Schreine. Da für heute Regen angesagt worden war, ließen wir die Fahrräder zurück und machten uns mit dem Bus auf nach Gion. Dies ist das wohl altertümlichste Viertel Kyotos und beherbergt einige der schönsten Tempel.

Der Weg zum ersten Tempel des Tages führte durch kleine enge Straßen mit vielen Kunsthandwerkern, die ihre Waren feilboten.IMG_1431

Dann prangte der Eingang zum Kiyomizu-dera bereits über uns. IMG_1432

Leider befand sich der 789 gegründete Tempel gerade in Rekonstruktion, weswegen er von außen keinen ganz so erhabenen Anblick bot, wie von innen. Trotz der Baumaßnahmen war er dennoch begehbar und in dem spärlich ausgeleuchteten Inneren ertönte in regelmäßigen Abständen der tiefe Gong der Glockenschale, die von Gläubigen angeschlagen wurde. IMG_1442

Nach unserem Besuch im Kiyomizu-dera ging es weiter durch die kleinen altertümlichen Gassen.IMG_1446

Aus blanker Neugier wichen wir dem Touristentrubel in eine der Seitenstraßen aus und fanden uns zwischen traditionellen Wohnhäusern wieder. Diese sind übrigens immernoch bewohnt (und unbezahlbar).IMG_1449

Wären da nicht die kleinen Anzeichen der Moderne gewesen (Aircondition), hätte man meinen können, durch die alte Kaiserstadt zu schlendern.IMG_1450

Unser nächstes Ziel war eher zufällig. Auf dem Weg durch den Maruyama Park kamen wir am Yasaka-Schrein vorbei. Dieser imponierte vor allem mit der Unmenge an Lampions.IMG_1451

Weiter im Norden stolperten wir schließlich unserem nächsten Topziel entgegen: dem Chion-in. Diese riesige Tempelanlage begrüßte uns mit einem zweistöckigen Tor. Ebenso riesig war auch die Haupthalle, welche – sehr zu unserem Leidwesen – jedoch ebenfalls eingerüstet war und bis 2020 unter Baumaßnahmen steht. Im Gegensatz zum Kiyomizu-dera war der Chion-In leider nicht begehbar. Ein schmerzlicher Verlust, da wir eigentlich das dort verlegte Nachtigallenparkett erleben wollten. Dieser speziell verlegte Fußboden gibt einen Quietschlaut von sich, wenn man ihn betritt. Ein perfekter Schutz vor unerlaubten Eindringlingen und Lauschern.IMG_1456

Ein unerwarteter Blickfang bot dabei der „Hinterausgang“ aus dem Tempelgelände. Verziert mit dem Wappen der Tokugawa.IMG_1461

Hungrig und auf der Flucht vor einsetzendem Regen begaben wir uns weiter ins Innere von Kyoto in eine riesige Einkaufspassage, auch Nishiki-Markt genannt. Dieser Markt existiert bereits seit 400 Jahren und bietet hauptsächlich Essen, wie auch kleinere Souvenirs.

Mutig entschied sich Tobias für einen gegrillten Tintenfisch, wenn auch ohne Eier im Inneren. Nachdem auch der letzte Tentakel im Mund verschwunden war, erklärte er der erwartungsvollen Verkäuferin: Oishi desu! (Lecker)IMG_1463

Neben Sepia hätte man natürlich auch Oktopus am Spieß kaufen können, der in seiner feuerroten Färbung fast unwirklich aussah.IMG_1472

Etwas, was uns etwas verstörte, waren Spatzenflügel am Spieß. Getraut haben wirs uns aber nicht.IMG_1466

Was dafür wieder sehr lecker war, war ein großes Stück Lachs, langsam auf der Haut gegart.IMG_1474

Natürlich gab es nicht nur Streetfood, sondern auch rohe Zutaten für den persönlichen Einkauf: hier Seeschnecken in Faustgröße.IMG_1476

Unser Highlight am Markt waren diese leicht knusprigen Sesambällchen, gefüllt mit süßer Azukibohnenpaste. IMG_1477Von unserem eigentlichen Abendessen gibts leider keine Bilder – wir waren zu sehr mit Essen beschäftigt. Wir fanden uns in ein Sushi-Fließband-Restaurant ein und sind uns jetzt (trotz des für japanische Verhältnisse eher schlechterem Sushis) sicher, dass wir in Deutschland wohl nicht wieder so bald Sushi essen können werden.

Pfad der Philosophen

05.04.2018 21:30 Uhr, Kyoto, Japan

Bevor wir mit unseren Erlebnissen beginnen, wollen wir euch ein kleines Rätsel stellen: was ist das für ein Getränk? Die Auflösung erfahrt ihr natürlich ganz am Ende.IMG_1417

Heute war ein Tag, der den Tempeln und Schreinen Kyotos gewidmet war. Also rauf aufs Rad, dreimal verfahren und schließlich doch irgendwann ankommen (Google Maps sei Dank!). Unser erstes Ziel war der Ginkaku-ji, dazu musste man allerdings zuerst vorbei an den Auslagen der Souvenir und Handwerksläden.IMG_1395

Der Ginkaku-ji ist in gewisser Weise ein Bruder des Kinkaku-ji (dem golden Pavillion). Ginkaku-ji heißt so viel wie  „Silberner Pavillion“.IMG_1398

Wie ihr auf dem obigen Bild des silbernen Pavillions unschwer erkennen könnt, ist dieser nicht silber. Zwar wurde geplant, dass die zukünftige Sommerresidenz des Shoguns einen silbernen Überzug erhalten sollte, jedoch zog der Shogun nie ein. Im Gegenteil: Bevor das Silber angebracht werden konnte, beschloss der Shogun ein Mönch zu werden und zog stattdessen ins Kloster.IMG_1400

Der Garten ist an vielen Stellen mit Zen-Elementen versehen und wird von drei Seiten von Wald umringt.IMG_1397

Besonders beeindruckend ist ein kleiner Weg durch den angrenzenden Bambuswald, welcher einen den Hang hinaufführte.IMG_1406

Vom Hang aus konnte man zwischen dem Geäst einen Blick auf Kyoto erhaschen.IMG_1410

Nach dem Ginkaku-ji führte uns unser Weg auf den Pfad der Philosophen. Ein kleiner künstlicher Bach, gesäumt von Kirschbäumen, führt den wandernden Touristen an den verschiedensten Tempeln und Handwerksgeschäften vorbei.IMG_1414

Nach dem Beschreiten des Pfades machten wir uns auf zum Heian Schrein. Dieser liegt etwas weiter im Zentrum Kyotos und Abseits von den anderen Schreinen. Unterwegs fanden wir eine deutsche Bäckerei, welche – mitten in Japan – Brez’n verkaufte. Auch wenn diese für deutsche Verhältnisse etwas klein waren, so schmeckten sie doch wie zu hause.IMG_1423

Da die Brez’n jedoch kaum als Ohnmachtshappen herhielten, machten wir uns auf in ein kleines Bistro und verzehrten ein paar Udon-Nudeln in Suppe. Unser Nachtisch jedoch bildete Eis von einer Eisdiele, welches mit seinem pechschwarzen Schokoladeneis unsere Aufmerksamkeit erregte. Wir haben selten Milcheis gegessen, was überraschend wenig süß und sehr sehr kräftig im eigentlichen Geschmack war. Das Blaubeereis schmeckte mehr nach Blaubeere als manche Blaubeeren aus dem Supermarkt in Deutschland. Und auch das Servieren der Eisbecher selbst war, wie alles in Japan, eine richtige Zeremonie. Das Blaubeereis, das auch zwei Komponeten bestand wurde zunächst mit einer Art Spachtel zu einer Masse vermengt, anschließend fein säuberlich in den Becher geschichtet und dann fein säuberlich die Spitze mit eben diesem Spachtel modelliert. Abschließend den Rand des Eisbechers abwischen und „schon“ fertig.IMG_1424

Gut gesättigt ging es dann endlich zum Heian-Schrein. Dieser Schrein ist eigentlich ein Nachbau des Kaiserpalastes aus der Heian-Zeit (794-1185) und wurde 1885 zum 1100. Geburstag von Kyoto errichtet. Hier seht ihr das große Eingangstor Otomon. IMG_1426

Durch das Tor hindurch gelangt man auf einen riesigen Innenhof mit seinen angrenzenden Nebengebäuden. Besonders hervorzuheben ist die große Staatshalle (links im Bild).IMG_1427

Den Tag abschließend bummelten wir noch durch diverse Geschäfte für Kunsthandwerk und dann ging es mit dem Rad zurück. Schließlich wollen wir morgen früh raus.

Nun zur Auflösung des Rätsels: Wir vermuteten in dem Getränk, das ihr am Anfang des heutigen Eintrags gesehen habt, Eistee. Der Geruch jedoch weckte eine böse Vorahnung und der Geschmack bestätigte es. Es war verdünnter, kalter Kaffee und den bekommt man wirklich überall – genauso wie kalten grünen Tee in Flaschen. Scheinbar hat das hier denselben Stellenwert wie bei uns diverse Softdrinks. Für uns beide als Europäer jedenfalls… war es ehrlich gesagt furchtbar. Aber man muss ja auch nicht alles mögen 😉

Korrektur 21.02.2020: es ist kalter Tee aus gerösteter Gerste. Schmeckte aber wie kalter Kaffee.